Geduld oder ein Festplattencrash und zwei magische Fragen

Geduld - ob mit der Technik, Menschen, dem Leben gegenüber oder uns selbst. (Foto: Pixabay)
Geduld – ob mit der Technik, Menschen, dem Leben gegenüber oder uns selbst. (Foto: Pixabay)

Geduld haben… nicht gerade etwas, was einem als Selbstständigem oder Unternehmer leicht fällt – vor allem nicht, wenn die To-Do-Liste lang und man/frau gerade so richtig in Schwung ist. Dennoch sie für das Leben und das eigene Business wesentlich.

Was soll ich mit Geduld?!

…mögen Sie sich vielleicht fragen. Nun: Manchmal ist es einfach die beste Variante, wie Sie mit überraschenden Wendungen umgehen können. Ein Beispiel? Kurz vor Weihnachten arbeitete ich an diversen Projekten und hatte unter anderem vor, den Newsletter für diese Website als auch „Frische Inspirationen“ – den Newsletter der Hauptwebsite meines Business – zu schreiben und zu versenden. Ich war voller Schwung zugange, jedoch hatte das Leben und die Technik wohl anderes mit mir vor. Statt auf die üblichen Desktop-Symbole und Programme zu blicken, sah ich beim nächsten Hochfahren… NICHTS! Einen weißen Bildschirm. Einen Ladebalken, der nur bis zu einer bestimmten Stelle anwuchs und dann stehen blieb. Nicht einmal. Nicht fünfmal. Auch der geduldigste zehnte Versuch erbrachte: Stillstand. Also blieb nur der Gang zum Techniker, der mir eröffnete, dass ich einige Tage auf mein geschätztes Arbeitsgerät verzichten müsste.

Die zwei magischen Fragen

Natürlich gibt es Ersatzgeräte, Updates, Sicherungskopien oder was sich sonst an guten technischen Lösungen anbietet und worauf – nebenbei bemerkt – jeder Selbstständige und Unternehmer achten sollte. Dennoch lässt es sich nicht einfach nahtlos weiterarbeiten, wenn man mitten im Schaffen herausgerissen wird. Also was tun? Ein klarer Fall für meine „zwei magischen Fragen“, die ich mir in solchen Fällen gerne stelle:

Gibt es etwas, das ich tun kann? – Dann leg los.
Kann ich nichts tun, um die Situation zu ändern? – Dann gestalte Dir die Wartezeit angenehm und schaue immer wieder, ob sich die Situation geändert hat und Du wieder tätig werden kannst.

Also: Kann ich etwas daran ändern, dass mein geschätztes Arbeitsgerät gerade den Geist aufgegeben zu haben scheint? – Was ich tun konnte, habe ich umgesetzt und nun heißt es warten, bis der Techniker seine Arbeit geleistet hat.
Was kann ich in der Wartezeit tun? Mich mit wachen Augen umschauen, um einfach andere Möglichkeiten zu finden, um mich zu betätigen – als da wären: andere Aufgaben, für die ein PC nicht nötig sind bis hin zum privaten Nutzen der unverhofften „Frei-Zeit“. Statt mich aufzuregen, fange ich erst gar nicht damit an und überlege mir lieber, welche Alternativen mir zur Verfügung stehen und was jetzt eine gute Option wäre. Denn wie ich immer wieder festgestellt habe, bieten solch plötzliche Unterbrechungen im Alltag meist einen Sinn, wenn ich genauer hinschaue, und ungeahnte Möglichkeiten, wenn ich mich darauf einlasse.

Gib mir Geduld – aber sofort!

Habe ich das immer schon so gehandhabt? Nein. Ich habe mir Geduld als Teenager beim Warten auf eine Straßenbahn beigebracht. Zunächst stand ich innerlich unter Stress, weil die Bahn einfach nicht in Sicht kam und ich gerne früh zur Berufsschule kommen wollte. Während ich immer wieder abwechselnd die Armbanduhr, den Fahrplan und die Schienen checkte, hielt ich plötzlich inne. Was mache ich da eigentlich? Ich kann mich so sehr gestresst fühlen wie ich möchte – die Straßenbahn kommt deswegen nicht schneller! Auch nicht, wenn ich 597 mal hin und her schaue. Also kann ich es auch sein lassen. Es ist schlicht eine sinnlose Aktivität, macht absolut keine Freude und gesund ist sie auch nicht. Kluger Gedanke – aber deswegen bin ich nicht gleich entspannt und geduldig….

Dennoch habe ich damals an dieser Straßenbahnhaltestelle für mich die Geduld entdeckt und mit ihr meine zwei Fragen an mich selbst. Ich fragte mich:

Gibt es etwas, das ich tun kann? – Dann leg los!

Kann ich nichts tun, um die Situation zu ändern? – Dann gestalte Dir die Wartezeit angenehm und schaue zwischendurch, ob sich die Situation zwischenzeitlich geändert hat und Du wieder tätig werden kannst.

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich in solchen Situationen einigermaßen entspannen und dann geduldig damit umgehen konnte. Die „zwei magischen Fragen“ haben mir dabei sehr geholfen und mir darüber hinaus auch schon bei der Planung der ein oder anderen Aktivität geholfen. Seit damals habe ich meist etwas zu lesen dabei, so dass ich etwaige Wartezeiten auf öffentliche Verkehrsmittel ganz entspannt verbringen kann. Ich genieße einfach aufmerksam den gegenwärtigen Moment oder denke nach und plane im Geiste. Handy, Tablet & Co. bieten weitere Aktivitäts- und Zerstreuungsmöglichkeiten. Womöglich ergibt sich auch ein nettes Gespräch mit einem anderen wartenden Menschen oder ich beschließe einfach, die Strecke zu Fuß zurück zu legen bzw. ein anderes Verkehrsmittel zu nehmen. (Sie sehen, wenn man genau hinschaut, gibt es viele Alternativen und Geduld haben kann durchaus Spaß machen!)

Was bringt Ihnen Geduld im Business?

Vielleicht warten Sie gerade nicht auf einen Zug und Ihr PC verrichtet stumm und verlässlich seinen Dienst. Vielleicht geht Ihnen jedoch das ein oder andere Vorhaben nicht schnell genug voran, Projekte verzögern sich unnötig und on top wären Sie gerne einfach viel schneller viel erfolgreicher.
Stellen Sie sich in einem solchen Moment meine „zwei magischen Fragen“ und stellen Sie fest, ob es irgend etwas gibt, das Sie tun können, damit sich die Situation auf gute Weise entwickeln kann.
Sicher wird auch Ihnen eine Fülle an Optionen einfallen. Falls es zu viele sind, holen Sie sich einfach Unterstützung bei der Umsetzung – wie etwa eine Virtuelle Assistentin. Womöglich können Sie auch gerade nichts tun, um eine Situation zu verändern. Dann nehmen Sie sie einfach so an wie sie ist. (Ja, das ist nicht leicht, aber es lohnt sich, es zu üben.) Gut möglich, dass sich während Ihrer Wartezeit neue, andere Türen für Sie öffnen und sich andere Optionen und Wege für Ihr Business (und/oder Leben) ergeben.
Wir Menschen können viel bewegen – aber nicht jederzeit und auch nicht alles. Suchen Sie sich daher lieber alternative Beschäftigungen oder nutzen Sie die ungewollte Wartezeit sogar, um sich einmal richtig auszuruhen. Auch eine Pause hat ihre Berechtigung. Wie wäre es mit einem frisch aufgebrühten Kaffee oder einem frischen Tee oder Fenster öffnen und einmal tief Luft holen? So können Sie umso dynamischer wieder beginnen, wenn Sie merken, dass die Wartezeit vorüber ist.

Ich wünsche Ihnen in jedem Fall viele entspannte Momente, gutes Vorankommen und natürlich eine stets funktionierende Technik!

P.S.: Und falls Sie sich fragen, was nach dem Technik-Ausfall geschah: Mein Lieblingsarbeitsgerät verrichtet wieder zuverlässig seinen Dienst und die Wartezeit habe für eine große Ausmist-Aktion genutzt. Schließlich macht der Start ins neue Jahr mit frischem Spirit und aufgeräumter Umgebung viel mehr Spaß! 😉

Das „Wort der Woche“ ist eine Aktion meiner geschlossenen Facebook-Gruppe „PR-Werkstatt“.

2 Kommentare

  1. Liebe Petra, herzlichen Dank für den tollen Beitrag! 🙂 Da wurde Deine Geduld aber wirklich auf die Probe gestellt! Die zwei Fragen finde ich spitze und sehr hilfreich. Ich werde sie auf jeden Fall in Erinnerung behalten! Liebe Grüße, Christina

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    1. Petra von Schenck Autor

      Liebe Christina,
      merci vielmal für Deinen liebenswürdigen Kommentar! Ich freue mich sehr, wenn Dir meine „zwei magischen Fragen“ gute Dienste leisten – wann auch immer Du sie einsetzen möchtest.
      Liebe Grüße
      Petra

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